Wolfgang Joop
Wolfgang im Wolfspelz
"Ich bin die VerĂ€nderung", sagt Wolfgang Joop. Der Modedesigner hat die bundesrepublikanischen MĂ€nner angezogen, als diese noch wie "abgetaute KĂŒhlschrĂ€nke" durch die FuĂgĂ€ngerzonen stolzierten. Glamour und Klatsch ziehen ihn magisch an.
Der Mann ist angenehm unbescheiden. Wolfgang Joop sieht sich selbst als Schneider, Guru, Popstar oder gleich als "die VerĂ€nderung". Was der 59-JĂ€hrige allerdings mit der Titelbezeichnung "Robin Hood des leisen Luxus" nun genau meint, bleibt unklar. Wolfgang Joop ist ein komplexer Charakter â irgendwo zwischen charmant, unverschĂ€mt und blitzgescheit. Seit mehr als 30 Jahren entwirft, zeichnet, sammelt, schreibt und schauspielert der exzentrische Nonkonformist.
Abgetaute KĂŒhlschrĂ€nke
Nach Eigenangaben hat Wolfgang Joop schon Kleidung fĂŒr die bundesrepublikanischen MĂ€nner entworfen, als diese noch wie "abgetaute KĂŒhlschrĂ€nke" durch die FuĂgĂ€ngerzonen stolzierten. Die "New York Times" glaubt gar, in Joop den "einzig stilbildenden deutschen Designer" entdeckt zu haben. Bekanntheit hat der in Postdam geborene Joop aber stets auch durch sein Auftreten jenseits der Laufstege und Modesessions erlangt. FĂŒr einen Skandal, fĂŒr das ein oder andere Drama war und ist sich Joop nie zu schade â egal ob es sich dabei um Stasi, Sex, Kokain, die FDP oder die "so genannte Moral" handelt.
Wenn es nach dem Willen seines Vaters, dem ehemaligen Chefredakteur des Kulturmagazins "WestermannŽs Monatshefte", gegangen wÀre, gÀbe es heute in Deutschland einen Stardesigner weniger und einen Werbepsychologen mehr. Doch der am 18. November 1944 geborene Joop bricht Mitte der 1960er Jahre sein ungeliebtes Studium der Werbepsychologie ebenso ab wie ein weiters Studium der Kunsterziehung. Joop schlÀgt sich zunÀchst mit Restaurationsarbeiten durch, bevor er 1970 "wie die Jungfrau zum Kinde" zur Mode und seinem spÀteren Beruf gelangt.
PreuĂischer Pelz
Die Karriere beginnt fĂŒr Joop mit einem Design-Wettbewerb der Frauenzeitschrift "Constanze": Mit seiner Frau Karin zusammen rĂ€umt er gleich drei erste Preise ab. Nach einem kurzen Intermezzo als Redakteur bei "Neue Mode" verdient er sein Geld bald als Freelance-Designer bei groĂen Konfektionsproduzenten. Seine erste Pelz-Kollektion unter eigenem Namen 1978 bringt dem Couturier direkt einen Kosenamen ein, der bis heute mit Joops Kreationen in Verbindung gebracht wird: Die "New York Times" adelt ihn zum "prussian (preuĂischen) designer", wegen der teilweise strengen, militĂ€rhaften Linien, ganz preuĂisch eben.
1982 prĂ€sentiert Joop, der laut "Spiegel" bereits fĂŒr die HĂ€lfte aller Deutschen ein fester Begriff geworden ist, seine erste Joop'sche PrĂȘt-Ă -porter-Kollektion fĂŒr Damen. Ein knappes Jahr spĂ€ter erhĂ€lt Joop den "Fil d'or", eine Art Mode-Oscar. Der weltweite Umsatz steigt auf 15 Millionen Mark. Komplettiert wird Joops Repertoire 1985 mit der ersten Herrenkollektion. Die Produktpalette ist fĂŒrs erste komplett und lĂ€uft gut. Joops Konzept des "Luxus fĂŒr den kleinen Geldbeutel" erweist sich als finanzieller Goldesel und das Designer-Label wird zur Lifestyle-Marke.
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