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Zitate
  "Ich bin asozial. Aber ich bin kein großer Künstler." Karl Lagerfeld

"Deutscher Modefürst" Der Spiegel

"Karl der Große" Handelsblatt

  Karl Lagerfeld
  1938 am 10. September als Sohn eines wohlhabenden Hamburger Kaufmanns
geboren
1954-1957 Schneiderlehre bei Pierre Balmain
1958-1963 künstlerischer Direktor bei „Jean Patou“
1963 Lagerfeld wechselt als künstlerischer Direktor zu „Chloé“
1974 erstes eigenes Unternehmen „Karl Lagerfeld Impression“
1983 erste Haute-Couture-Kollektion für „Chanel“
1998 Eröffnung der „Lagerfeld Gallery“, Modesalon und Fotogalerie in Paris
2000 Versteigerung von Möbeln und Kunstwerken

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Karl Lagerfeld

High-Fashion-Heiligtum


Der Exzentriker fotografiert, zeichnet und sammelt Antiquitäten. Lagerfeld liest Balzac und trinkt Diät-Cola mit Espresso. Und, ach ja: Er ist einer der berühmtesten Modedesigner der Welt.

"Die erste Pflicht im Leben ist es, eine Haltung einzunehmen." Eine Haltung, eine klare Position beziehen: die Welt und ich – ich und die Welt. Kein Satz von Karl Lagerfeld. Er zitiert nur Oscar Wilde, den Vorzeige-Dandy – der die passende Sentenz stets auf den Lippen spazieren trug. "Als Kind hatte ich das Gefühl: Egal was du machst, dir kann keiner widerstehen! Ich kam mir vor wie ein Heiligtum, viel zu schade für dieses triste Nachkriegsdeutschland." Das ist ein Satz von Lagerfeld.

Dosenmilch aus Sanssouci

Karl Otto Lagerfeld, geboren am 10. September 1938. Vielleicht auch schon 1933, so soll es zumindest im Taufregister Hamburg-Winterhude stehen. Im Verschweigen seines wahren Alters gleicht Lagerfeld einer alternden Diva. Lagerfeld, Sohn des Glücksklee-Gründers, eines wohlhabenden Kaufmanns – unternehmerisch tätig im Bereich Dosenmilch. Über seine Kindheit spricht er ungern. "Mit Erziehung wurde ich nie belästigt", urteilt Lagerfeld später. Der Vater bereits 60 Jahre, die Mutter streng. Körperliche Nähe und Zuneigung? "Wenn du mir auf die Nerven fällst, kommst du ins Internat." Viel mehr an guten Ratschlägen scheint es von Seiten der Eltern nicht gegeben zu haben.

Zwischen deutscher Strenge und Nüchternheit wächst Lagerfeld auf. Zwischen Kanapee und Kommode liest er nach eigenen Angaben bereits als Sechsjähriger Balzac – ohne auch nur ein Wort zu verstehen. Mit anderen Kindern will er nie gespielt haben. Nach einer der zahlreichen, von ihm selbst kolportieren Legenden lässt der junge Steppke sich eine 3000 Mark teure Kopie von Adolf Menzels "Tafelrunde bei Friedrich dem Großen" schenken. Ein Hauch von Sanssouci weht so bereits durchs Kinderzimmer. Jahrzehnte später wird Lagerfeld sein Schloss in der Bretagne nach intensiven Studien der Kunstgeschichte im Stil des 17./18. Jahrhunderts restaurieren.

Höhepunkte der High-Fashion

Frühzeitig macht sich Lagerfeld daran, die Modewelt zu erobern. Bereits als Privatschüler am Lyceé Montaigne in Paris begeistert er 1954 mit einer Mantelzeichnung das Internationale Wollsekretariat. Er gewinnt neben Yves Saint-Laurent den ersten Preis des Wettbewerbs. Ein knappes Jahr später schon arbeitet der damals 17-Jährige im Team des namhaften Couturiers Pierre Balmain. Im Modehaus Balmain, das neben Dior zu den berühmtesten der französischen Hauptstadt zählt, findet sich bald bereits erwähnter erster Lagerfeld'scher Wollmantel. Nächste Ausbildungsstation wird der Modedesigner Jean Patou. Doch schnell hat Lagerfeld die Nase voll, verlässt frustriert seine Stelle als künstlerischer Direktor. "Ich hatte nach dieser 'Lehrzeit' keinen Glauben mehr an die alte Haute Couture."

 

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