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Zitate
  "Ein hohes Gebäude, das eine gute Form hat, sieht immer besser aus als ein niedriges Gebäude, das irgendwie klein und dick ist. Das ist wie beim Menschen." Helmut Jahn

"Selfmademan der Architektur" Berliner Zeiung

"Flash Gordon der amerikanischen Architektur" Newsweek

  Helmut Jahn
  1940 am 1. Januar als Sohn eines Sonderschullehrers in Nürnberg geboren
1960-1967 Architekturstudium in München und Chicago
1967 Mitarbeit im angesehenen Architekturbüro C. F. Murphy Associates
1981 Beteiligung am Unternehmen C. F. Murphy Associates
1984 Stahl und Glasbau "State of Illinois Center" in Chicago
1991 Aufsehenerregender Entwurf für den Frankfurter Messeturm
2000 Fertigstellung des von Jahn entworfenen Sony-Centers am Potsdamer
Platz in Berlin
2002 Umstrittener Post-Tower in Bonn

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Helmut Jahn

Turmvater Jahn


"Der Mann, der an den Wolken kratzt" nennen ihn die einen, "Wegweiser ins 21. Jahrhundert" die anderen. Helmut Jahn, amerikanischer Stararchitekt aus Nürnberg, entwirft futuristische Gebäude für kommende Jahrhunderte. Von Saudi-Arabien bis zum Potsdamer Platz.

Zu schwer, zu teuer und unbeweglich. Helmut Jahns Urteil über das Baumaterial Stein fällt vernichtend aus. Der deutschstämmige Architekt bevorzugt Glas und Stahl für seine futuristischen Entwürfe. Aufsehen erregt hat Jahn damit vor allem in den amerikanischen Metropolen und weltweit bei der Errichtung von Monumentalbauten wie dem International Airport in Bangkok. Rechtzeitig zur Jahrtausendwende hat sich der "High-Tech-Architekt" Berlin zugewandt.

Schnurgerade Visionen

Entstanden ist in der deutschen Hauptstadt mit dem "Sony-Center" am Potsdamer Platz eine lichtdurchflutete Arena mit filigraner Dachkonstruktion, die nicht nur Architekturkritiker zu ungeahnter Assoziationsfreude trieb. Die einen sprachen von einem überdimensionierten Duplo-Riegel, andere von einem Pudding, der aus der Form fließt. Jahn spricht lieber von einer Hülle für eine neue Gesellschaft im 21. Jahrhundert. Und Berlin ist nicht die erste Stadt, die das "Wunderkind vom Michigan-See" hurtig ins nächste Jahrtausend katapultiert hat. Dem Visionär und Selfmademan mit schnurgerader Karriere ist nichts mehr zuwider als nostalgisches Bauen.

Ehrgeiz und außerordentliche planerische Fähigkeiten beweist Jahn bereits als Architekturdiplomand in München. Der 1940 geborene Sohn eines Sonderschullehrers aus Nürnberg reist nach Abschluss seines Studiums an der TU München mit einem Stipendium für ein Jahr in die USA. Und lernt dort am "Illinois Institute of Technology" in Chicago - dem amerikanischen Mekka der Architektur. "Ich bin nicht in die USA gegangen, um Karriere zu machen", sagt Jahn später. Und eigentlich will er auch nur ein Jahr bleiben. Aber dann kommt einiges ganz anders als erwartet und kurze Zeit später findet sich Jahn bereits 1967 im renommierten Architekturbüro C. F. Murphy Associates wieder.

Halbtags: Flash Gordon

Vom jungen Mann, der halbtags auch mal ans Telefon gehen kann, führt Jahns rasanter Aufstieg bis zum Chefarchitektensessel 1973. Nur acht Jahre später wird Jahn die Präsidentschaft der Firma übernehmen und sie in Murphy/Jahn umbenennen. Mit seinen Hochhausentwürfen avanciert der junge Architekt aus dem Fränkischen schnell zu einem der gefragtesten Architekten der USA. Das Magazin "Newsweek" glaubt in Helmut Jahn gar einen "Flash Gordon der amerikanischen Architektur" entdeckt zu haben. Jahn plant und entwirft synchron, arbeitet gleichzeitig an den unterschiedlichsten Projekten. Aufträge von mehr als einer Milliarde Dollar sind die Regel.

"Halb Amerika von Chicago bis Denver, von Kansas City bis Houston stellt er mit seinen Hochhäusern voll" schreibt die "Financial Times Deutschland" süffisant.
Und in der Tat scheinen Jahns Monumentalbauten wie Pilze aus dem Boden zu schiessen. Internationales Aufsehen erregt Jahn erstmals 1974 mit dem Bau der Kemper Arena in Kansas City. Die metallgetäfelte Sporthalle wird mehrfach ausgezeichnet - unter anderem mit dem Nationalpreis für Architektur 1975. Ein trägerfreier Raum mit 99 Metern Spannweite bietet Platz für 17.500 Zuschauer, bevor vier Jahre später ein Orkan das Hallendach wegreißt. Enthusiastisch gefeiert wird auch sein Entwurf für das "State of Illinois Center". Die "Chicago Tribune" rühmt den 1979 - 1984 entstandenen Komplex mit riesigem Glaszylinder-Innenhalle als "Wegweiser ins 21. Jahrhundert".

 

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