HA Schult
Der Kunst-Macher
HA Schult nennt sich selbst einen "Macher". Andere bezeichnen den Aktionskünstler auch schon mal als deutschen Christo. Bekannt geworden ist HA Schult mit spektakulären Happenings und sehr viel Müll.
Die "Situation Schackgasse" lenkt 1969 die Aufmerksamkeit der internationalen Kunstwelt auf einen jungen Mann aus München. HA Schult nennt er sich. Für seine Kunstaktion hat er die Schackgasse völlig mit Papier und Müll ausgelegt und wird sofort verhaftet: der Anfang einer internationalen Künstlerkarriere.
Stuntpilot mit goldenen Flügeln
Schult wird am 24. Juni 1939 im mecklenburgischen Parchim geboren. Bereits als Kind will er, nach eigenen Angaben, Künstler werden. Mit sechs Jahren sind seine künstlerischen Fähigkeiten schon so ausgeprägt, dass seine Eltern ihm den Unterricht bei einem Kunstlehrer ermöglichen. Schult besucht Schulen in Ost- und Westberlin, Düsseldorf und Heidelberg. Von 1958 bis 1961 studiert er dann an der Düsseldorfer Kunstakademie.
Nach ersten Happenings füllt HA Schult 1976 in einer Nacht- und Nebelaktion den Markusplatz in Venedig mit alten Zeitungen und überrascht Behörden, Venezianer und Kunstliebhaber. Weitere Aktionen: Auf eine Säule vor dem Kölner Stadtmuseum lässt er einen Ford Fiesta mit goldenen Flügeln positionieren. Ein Stuntpilot bringt im Auftrag von Schult eine Cessna über Staten Island in New York zum Absturz.
Mit Madonna in New York
New York spielt eine bedeutende Rolle in Schults Leben. In den 1970er Jahren zieht er in die amerikanische Metropole. Laut HA Schult befindet sich in New York das inzwischen einzig wirkliche Zentrum für moderne Kunst - nachdem Paris in der Nachkriegszeit seine Bedeutung verloren habe, London nur über zwei moderne Galerien verfüge und ganz Deutschland nur über fünf.
Er findet seine Inspiration nicht nur in den großen Namen New Yorks wie Jackson Pollock oder Willem de Kooning. Jeden Tag kommt es zu Begegnungen, die sich auf seine Arbeit auswirken. "Damals gab es mehr als 90.000 Künstler, die sich ihr Geld als Taxifahrer oder Kellner verdienten", sagt Schult und erzählt, wie er 1976 in einer Bar von Madonna bedient wurde.
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