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Zitate
  "Alles, was ich mache, mache ich als Tänzerin, alles, alles!" Pina Bausch

"Ungekrönte Kaiserin des modernen Tanztheaters" Newsweek

"Ein weiblicher Joseph Beuys" Die Welt

  Pina Bausch
  1940 am 27. Juli geboren in Solingen
1955-1958 Tanzstudium an der Folkwangschule in Essen
1959-1962 Tanzstudium in den USA
1968 Erste Choreographie "Fragment"
1969 Leitung des Folkwang-Tanzstudios und Dozentur an der
Essener Folkwang-Hochschule
1973 Ballettdirektorin und Chefchoreographin des Wuppertaler Balletts
seit 1979 groĂźe Tourneen weltweit
2001 "Aqua" StĂĽck von Pina Bausch in Zusammenarbeit mit dem
Goethe Institut Sao Paulo und Emilio Kalil

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Pina Bausch

Alles ist Tanz


Sie hat die Welt des Tanzes revolutioniert. "Deutschlands wichtigster Kulturexport" tanzt und choreographiert auf allen Kontinenten. Trotzdem bleibt Pina Bausch – hochbegabt und preisüberhäuft – ihrer Wahlheimat Wuppertal treu.

Die Tänzer auf der Bühne tanzen eigentlich gar nicht. Sie rennen vielmehr. Sie springen an den Wänden hoch. Sie schreien und lachen, erzählen Witze. Auf den Bühnenboden hat jemand Wasser und Erde gekippt. Vielleicht wächst hier auch Gras. Schnelle Pirouetten und hohe Beine sieht man dagegen nicht. Aber Menschen – lebendige Menschen mit Ängsten, Liebe, Trauer und Wut. "Mich interessiert nicht, wie sich Menschen bewegen, sondern was sie bewegt", erklärt Pina Bausch. Die stets schwarz gekleidete Künstlerin mit Schuhgröße 41 gilt als eine der herausragenden Choreographenpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts.

Am Anfang ist nichts

Radikal hat die Tänzerin Pina Bausch mit dem klassischen Ballett gebrochen und sich gegen die Tradition des Modern Dance gewandt. Die Welt des Tanzes hat die zierliche Frau in mehr als 40 aktiven Jahren auf den Kopf gestellt. Tanztheater nennen es die meisten. Pina Bausch spricht dagegen von einem "individual-psychologischen Ansatz". Jedes Stück versteht sie als neue Aufforderung an den Zuschauer, "sich selbst zu vertrauen, zu gucken, zu fühlen". Und obwohl Pina Bausch als Choreographin inzwischen weit mehr als 30 Stücke inszeniert und eine neue Richtung des Tanzes kreiert hat, kehrt nicht Routine ein, sondern jedesmal die Angst wieder. Die Angst vor dem Versagen, die Angst, nicht fertig zu werden. Denn "am Anfang ist immer nichts".

Der Ballettunterricht steht am Anfang der Karriere. Geboren 1940 in Solingen als Tochter eines Gastwirts, verbringt Phillipine Bausch ihre Zeit anfangs am liebsten unterm Tisch. Stundenlang harrt sie dort in der elterlichen Gaststube aus – betrachtet die Gäste. Einfach vergessen sollen sie die Eltern. "Ich wollte nicht ins Bett." Frühzeitig begeistert sie sich für den Tanz. Erste spielerische Aufführungen mit dem Kinderballett in Wuppertal und Essen folgen. Mit 15 Jahren beginnt Pina Bausch dann ihre tänzerische Ausbildung an der von Kurt Joos gegründeten Folkwangschule in Essen.

"Special Student" Bausch

Von einer "erregenden Zeit" spricht Pina Bausch später. Denn zum einen findet sie in Joos, dem "legendären Neuerer des Ausdruckstanzes", einen Mentor und eine Vertrauensperson. Zum anderen beflügelt sie die kreative Atmosphäre der Schule. Schließlich sind alle Künste unter einem Dach vereint – Schauspiel, Musik, Tanz, Graphik und Malerei. "Wir lebten zusammen, sahen und hörten einander zu, lernten voneinander", erklärt Bausch. Zahlreiche Elemente aus Tanz, Musik, Sprache und Spiel finden sich in ihren späteren Werken wieder. Doch zuerst legt Bausch 1958 ihre Abschlussprüfung für Bühnentanz und Tanzpädagogik ab. Und reist -
ausgezeichnet mit dem Folkwang-Leistungspreis und einem Stipendium - in die USA.

"In New York habe ich mich überhaupt nicht allein gefühlt", erzählt sie. Und zum Einsamfühlen bleibt dem hochbegabten "Special Student" Pina Bausch auch kaum Zeit. Sie lernt bei Antony Tudor und José Limón, tanzt an der Juillard School of Music und an der "Metropolitan Opera". Auf Wunsch von Kurt Joos kehrt die junge Deutsche 1962 zurück nach Deutschland. Sie tanzt als Solistin mit dem neu gegründeten Folkwang-Ballett in Amsterdam, Hamburg, London und bei den Salzburger Festspielen. An das Inszenieren denkt Pina Bausch damals noch nicht – obwohl nur wenige Jahre später bereits erste Arbeiten als Choreographin folgen.

 

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